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Das Tribunal des zeitgenössischen Relativismus. Joseph Ratzingers Argumente für die Erkennbarkeit der einen Wahrheit


Am 19. April 2018 fand im Kaisersaal von Café „Goldenes Kreuz“ am Haidplatz der Vortrag von Prof. Dr. Karl-Heinz Menke (Bonn) im Rahmen des Akademischen Forums Albertus Magnus als Kooperation mit dem Institut Papst Benedikt XVI. statt. Menke ist Mitglied der Internationalen Theologenkommission des Vatikans. 2017 erhielt er den Premio Ratzinger von der fondazione vaticana.

 

Der philosophische Dreischritt von Nominalismus, Kantianismus und „linguistic turn“ hat den Wahrheitsanspruch des Christentums nachhaltig erschüttert. Die meisten Zeitgenossen meinen, im Bereich von Religion und Glaube sei die Wahrheitsfrage unangebracht, weil es hier kein überprüfbares Kriterium für ,wahr‘ oder ,falsch‘ gebe. Man reduziert die „Wahrheit an sich“ auf eine „Wahrheit für mich“. Das, was man theologisch „Offenbarung“ nennt,  wird als narratives Konstrukt zur Legitimierung der eigenen Tradition deklariert. Und / oder man erklärt Religionen im Anschluss an L. Wittgenstein u. a. als geschichtlich bedingte „Sprachspiele“, die (nur) solange von Bedeutung sind, als sie sich praktisch bzw. diskursiv bewähren. 

 

Der Vortragende analysierte und resümierte die Gegenargumente von Joseph Ratzinger / Papst em. Benedikt XVI., der seinen Ausgangspunkt in der Entelechie des göttlichen Logos in der kontingenten Schöpfung nimmt. Von der Wahrheit in Person, Jesus Christus, her, versucht Ratzinger die Wahrheitsfrage zu beantworten. Gerade in seinem letzten Werk „Jesus von Nazareth“ bemühte sich Papst Benedikt XVI. aufzuzeigen, dass es sich bei Jesus Christus nicht um einen Mythos, sondern um die menschgewordene Wahrheit in der Geschichte gehandelt habe. Menke konfrontierte Ratzingers Denken mit den Einwänden seiner Kritiker wie z.B. Klaus Müller, um die Konsistenz der Antwort Ratzingers darlegen zu können.