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Mindelstetten, 27.07.2010
Autor: Bischöfliche Pressestelle (presse.medien@bistum-regensburg.de)
6000 Gläubige beim Anna-Schäffer-Gebetstag in Mindelstetten - Christen aus dem ganzen Bistum und darüber hinaus suchen Trost bei der Seligen in der Nachfolge Christi
Anna Schäffer war am 4. Februar 1901 in der Waschküche im Forsthaus von Stammham ausgeglitten und mit beiden Beinen bis über die Knie in einen Kessel mit kochender Lauge gerutscht, als sie versuchte, ein Ofenrohr, das sich über einem Wasserkessel von der Wand gelöst hatte, zurückzuführen. Es gelang daraufhin nicht, ihre Wunden zu heilen, bald konnte sie das Krankenlager nicht mehr verlassen. Zu der schweren Krankheit kam bittere Armut. Nach zunächst vergeblichem Aufbäumen lernte Anna in der Schule des Leidens den Willen Gottes erkennen und bejahte ihn schließlich freudig.
In seiner Predigt erklärte Bischof Gerhard Ludwig Müller, die selige Anna habe durch ihr Apostolat des Gebetes und des guten Rates vielen Menschen geholfen, zu Gott zu finden. Allein daran sei zu sehen, dass Kirche nicht nur da ist, wo über Schattenseiten eingier ihrer Mitglieder berichtet wird, sondern vor allem dort, wo Menschen Jesus Christus folgen und für andere Menschen eintreten. Der Bischof sprach sich dagegen aus, auf die zu hören, die sagten, die Welt könne das Herz des Menschen erfüllen und der christliche Glaube sei eine veraltete Antwort längst vergangener Zeiten. „Statt dessen sollen wir alles auf den lebendigen Gott setzen. Er lässt uns nicht allein“, so Bischof Gerhard Ludwig. Der Weg in die Zukunft führe nicht über ein aggressives Neuheidentum. Außerdem erinnerte er an die „vielen falschen Heilslehren des 20. Jahrhunderts“, die er mit den zunehmenden materialistischen Einstellungen unserer Zeit klar in Verbindung brachte. „Der Mensch kann niemals Erlöser des Menschen sein“, stellte der Bischof unter großem Beifall der Anwesenden fest. Er wandte sich gegen die „Schalmeien und Rattenfänger“, denen die Menschen zu tausenden nachlaufen.
Die Kirche befindet sich nicht auf dem Rückzug. Vielmehr gehe die Kirche voran, „um den Menschen zu zeigen, wie die Nachfolge Christi wirklich geht“, so der Bischof. Dies bedeute aber, gemeinsam Christus dem Haupt der Kirche als ihre Glieder entgegenzuwachsen. In diesem Zusammenhang stellte der Bischof fest, dass die Kirche von ihrem Wesen her immer schon missionarische Kirche ist. „Die Kirche ist nichts anderes als der Vollzug des Wortes Christi: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Und in diesem Sinne sei die katholische Kirche Volkskirche – die Kirche Gottes für das Volk.
Zu dem großen Pontifikalamt auf dem Platz vor der Kirche im Herzen Mindelstettens waren außerdem zahlreiche Fahnenabordnungen von Vereinen aus der Gemeinde sowie aus dem Umland gekommen. Darunter befanden sich Feuerwehren wie auch Imker, die ihre Tätigkeiten unter das Patronat des heiligen Ambrosius gestellt haben. Zusammen mit den wiederholten Beifallsbekundungen der tausenden Anwesenden, die sich auch durch die wiederholt aufkommenden Regenschauer nicht abhalten ließen, den Worten des Bischofs sowie der feierlichen Liturgie zu folgen, gaben sie ein beeindruckendes und einträchtiges gemeinsames Glaubenszeugnis. Es konzelebrierten 20 Geistliche, darunter vier Neupriester, die anschließend den Primizsegen spendeten.
| Rund 6.000 Gläubige waren zum Anna Schäffer Gebetstag nach Mindelstetten gepilgert |
| Auf dem Weg zum Altar segnete der Bischof die vielen Kinder, die nach Mindelstetten gekommen waren |
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